Sporternährung
Die Ernährung spielt nicht nur für den Leistungssportler, sondern auch für den Fitness-
und Freizeitsportler eine wichtige Rolle. Eine spezielle Sporternährung sorgt neben dem
körperlichen Training für eine erhöhte Leistungsfähigkeit und kann zudem Konzentrationsschwächen,
Leistungsabfälle und Muskelkrämpfe verhindern.
Im Leistungssport wird schon lange mit wissenschaftlich fundierten Ernährungsplänen gearbeitet,
die als Schlüssel zum Erfolg angesehen werden. Dabei spielt die Sportart eine eher untergeordnete
Rolle. Der wichtigste Faktor ist die Intensität der körperlichen Beanspruchung. So sind die
Ernährungspläne auch individuell an die Trainings- und Wettkampfphasen angepasst und werden
dadurch zu einem wichtigen Bestandteil der Trainingssteuerung.
Die Erkenntnisse aus dem Spitzensport lassen sich in Form von Ernährungsempfehlungen auch für
den Breiten- und Freizeitsport übernehmen. Auch für diese Bereiche des Sports gelten bestimmte
Regeln, die sich von denen des Spitzensports nur unwesentlich unterscheiden. Der hauptsächliche
Unterschied liegt in der Intensität der körperlichen Betätigung, der sich innerhalb der
Ernährungsempfehlungen in einer geringeren Gesamtkalorienzahl widerspiegelt. Folgende Zusammenhänge
zwischen der Ernährung und der körperlichen Leistungsfähigkeit sind wissenschaftlich abgesichert:
- optimale Anlage von Energie- und Nährstoffspeichern
- Schutz vor leistungsmindernden Mangelerscheinungen
- Ausgleich von Nährstoff- bzw. Substanzverlusten
- stoffliche Voraussetzung für den Muskelaufbau im Krafttraining
- leistungsgerechtes Körpergewicht
- sportartenspezifische Anpassung des Körpers (z.B. Muskelmasse, Körperfett)
- Kontrolle der Zufuhr von stoffwechselbelastenden Substanzen (z.B. Cholesterin)
- Unterstützung des Immunsystems, des Wohlbefindens und der Motivation
- Förderung der Regeneration und Rehabilitation (z.B. nach Verletzungen).
Aus diesen wissenschaftlich fundierten Funktionszusammenhängen von Ernährung und Leistung ergeben
sich qualitative Ernährungsregeln, die auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE) basieren:
- Kohlenhydratbetonung bei gleichzeitiger Fettkontrolle
- Hochwertigkeit im Eiweißangebot
- Bevorzugung von Lebensmitteln mit einer hohen Nährstoffdichte (Vitamine und Mineralstoffe)
- ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit
- ein Ernährungsrhythmus, der Beruf und Sport mit einbezieht.
Neben diesen allgemeinen qualitativen Ernährungsempfehlungen, werden für die optimale Sporternährung
auch sportartenspezifische, quantitative Empfehlungen für einen Ernährungsplan mit einbezogen. Die
Sportarten werden dabei grob in die Gruppen Ausdauersport (u.a. Langlauf, Radfahren, Schwimmen),
Kraftausdauersport (u.a. Rudern, Bergsteigen, Ski Alpin), Schnellkraftsport (u.a. Turnen, Skispringen,
Volleyball) und Kraftsport (u.a. Kugelstoßen, Hammerwerfen, Gewichtheben) unterteilt. Die beiden
Komponenten Ausdauer und Kraft sind für eine qualitative Einordnung der jeweiligen Sportart die
wesentlichen Belastungen, aus denen sich die prozentualen Anteile von Kohlenhydraten, Eiweiß und
Fetten an der Energiebereitstellung ergeben. Dementsprechend sollte die Ernährung des Sportlers
zusammengesetzt sein. Da diese Berechnungen eher im Bereich Spitzensport zur Anwendung kommen,
reicht dem Breitensportler eine vereinfachte Regel. In ausdauerbetonten Sportarten ist ein Anteil
von 60 Prozent Kohlenhydrate in der Nährstoffzufuhr anzustreben, während es bei kraftbetonten
Sportarten mindestens 50 Prozent sein sollten. Achtet man regelmässig auf diesen Anteil der
Kohlenhydrate, so reduziert sich automatisch der Fettanteil, der beim Durchschnittsbürger in
der Regel immer zu hoch ist. Der Eiweißanteil liegt dagegen meist im Bereich der gültigen Empfehlungen.
Hinsichtlich der Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffe ist bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen
Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Gemüse und Obst nicht mit einer Unterversorgung zu rechnen. Eine
spezielle Vitaminzufuhr ist in der Regel nicht notwendig. Bei einseitiger und kalorienbeschränkter
Ernährung kann allerdings ein an den Richtlinien der DGE orientiertes Vitaminpräparat zur Deckung des
Tagesbedarfs als Nahrungsergänzung sinnvoll sein.
|